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Manchmal kommt es vor, dass sich Indie-Entwickler bei mir melden, damit ich einen Blick auf ihr Spiel werfe. So auch in diesem Fall. Vor einiger Zeit hatte ich einfach eine Mail von Christian in meinem Posteingang mit dem Spiel Microlandia, einfach ganz unverbindlich, und als City-Builder-Fan komme ich an Games aus dem Genre natürlich nicht vorbei, ganz besonders dann, wenn man es schon vor die Nase gehalten bekommt. Also habe ich mich hingesetzt und es mir ein wenig genauer angeschaut.

Story

Normalerweise würde ich jetzt in meinem Review hier den Abschnitt für die Story bringen, die fällt aber bei City-Builder meist schon recht schmal aus, so dass ich hier darauf verzichten werde und auch muss. Das ist aber auch nicht schlimm, denn bei den Simulationen geht es doch eh um das Bauen, die Geschichte entwickelt sich dann schon ganz von alleine.

Gamelpay

Wir starten mit der ersten von, im Augenblick, drei Städten. Das ist aber mehr als nur die Umgebung, denn das ist ebenfalls ein Schwierigkeitsgrad, also müssen wir die anderen beiden erst einmal freischalten. Alborina bietet mit 1,64 km² und Standardregeln genug Platz, um in das Spiel reinzukommen, ohne Gefahr zu laufen, in der ersten Runde zu versagen, und das kann schneller passieren, als man denkt.

Wir starten also mit einer platten, viereckigen Map und genug Geld, um uns aufzubauen, kurz zuvor bekommen wir noch ein paar Kleinigkeiten von einem Hefter erklärt, was vermutlich eine Anspielung an die Büroklammer in den alten Office-Programmen von Microsoft sein dürfte. Dann geht es ans Spielen und es läuft alles ein wenig anders. Wir entscheiden direkt, welche Art von Wohnhaus oder Geschäft wir errichten, nicht wie in den meisten Games, wo wir einfach nur Zonen vorgeben. Das kostet dann auch noch, zwar kein Geld, aber Wohnraum- oder Gewerbenachfrage, die sich über die Zeit wieder auffüllt.

Richtig ins Geld gehen dann Gebäude für Infrastruktur, Parks oder auch Ausbildung. Die benötigen dann nicht nur finanzielle Mittel für den Bau, sondern auch den Unterhalt und Löhne, und da beginnt auch schon der Clou, denn wenn wir nicht genügend Arbeitskräfte für unsere Gebäude haben, bleiben diese leer. Damit ist nicht gemeint, dass wir diese ausbilden und in Schulen schicken müssen, sondern es wird nach echten Daten simuliert. Als Quellen dienten Daten der Weltbank, des U.S. Bureau of Labor Statistics, der OECD und vielen weiteren.

Die Lebendigkeit der Stadt zeigt sich dabei oft in den Arbeitsplätzen, denn die entsprechenden Bevölkerungsschichten benötigen, sozusagen, verschiedensten Wohnraum und auch Arbeitsplätze, was ein organischeres Wachstum einer Stadt zu Folge hat. Zusätzlich haben wir viel mehr Kontrolle darüber, was in unserer Stadt passiert. Das müssen wir auch, sonst sind wir ganz schnell abgesetzt. Nach fünf Jahren Amtszeit kann dann alle zu Ende sein. Aber zum Glück bekommen wir ja eine Auflistung, was unseren Bürgern nicht gefällt.

Aber nicht nur durch den Umbau unserer Stadt können wir unsere Bürger glücklich machen, sondern auch durch die Forschung. Das gilt natürlich nur insoweit, wie sie einen Vorteil davon haben und es nicht auf ihre Kosten geht, aber darüber haben wir ebenfalls volle Kontrolle. Führen wir zum Beispiel eine Rente ein, können wir entscheiden, wie hoch diese ausfällt.

Aber nicht nur der Wähler kann uns an den Karren fahren, denn auch immer wieder werden wir von kleinen Katastrophen heimgesucht. So hält unsere Bevölkerung eine Pandemie im Griff oder eine Hitzewelle überrollt die Stadt. Alles nicht so schlimm, wie es sich anhört, auch ein Haus brennt hin und wieder ab, alles Dinge, um die man sich kümmern muss.

Grafik und Sound

Grafisch bleibt Microlandia sehr schlicht, aber die Grafik erfüllt ihren Zweck, denn alles besteht aus kleinen Klötzen, die unsere Gebäude bilden. Es gibt ein paar Variationen, um ein wenig Abwechslung in das Stadtbild zu bringen. Der Verkehr wird zwar dargestellt, aber auch hier sind die Autos eher spartanisch zu erkennen.

Vom Sound gibt es wenig zu berichten. Während wir unsere Stadt immer weiter ausbauen, spielt  meist eine leichte und beschwingte Musik im Hintergrund, um einem die Stille zu nehmen. Zoomt man dicht genug heran, können wir auch dem Verkehr lauschen und anderen Geräuschen der Stadt. Eine Sprachausgabe gibt es nicht, ich wüsste auch nicht, an welcher Stelle diese von Nöten wäre.

Fazit

Microlandia ist eine kleine Städtebausimulation, die mal ein paar Sachen ganz anders macht als die großen Vorbilder. Wir haben zum Beispiel arbeitslose Ärzte, wenn wir nicht genügend Krankenhäuser haben. An anderer Stelle fehlen dann Arbeitskräfte im Supermarkt, weil wir kein Personal haben. Damit fühlt es sich an manchen Stellen schon eher wie ein Anno an, und ich versuche dann immer mit passenden Wohnraum die Leute anzulocken, die ich gerade für meine Wirtschaft benötige. Das klappt ganz gut, finde ich. Wer also gerne Städte-Simulationen mag und keine High-End-Grafik dabei braucht, macht bei Microlandia definitiv nichts verkehrt, und schon gar nicht bei einem Preis von 9 Euro oder im Sale gerade 4,49€. Wichtig ist übrigens, dass weiter an dem Spiel gearbeitet wird, um es stetig zu verbessern.

+ Komplexität
+ Forschung
+ Preis/Leistung

Mir ist nichts Negatives aufgefallen.

Bis zum nächsten Mal
L. Geufke aka Pendrago 

 


English Version

Every now and then, indie developers get in touch with me to ask if I’d like to take a look at their game. That’s exactly what happened here. A while ago, I simply found an email from Christian in my inbox about the game Microlandia, with no strings attached, and as a fan of city-builder games, I naturally can’t resist titles in this genre, especially when they’re right there in front of me. So I sat down and had a closer look at it.


Story

Normally, I’d include a section on the story in my review here, but in city-builder games it’s usually rather thin on the ground, so I’ll have to do without it here. That’s not a problem, though, because these simulations are all about building anyway; the story develops all by itself.

Gamelpay

We’re starting with the first of what are, for the moment, three cities. But this is more than just the setting; it’s also a difficulty level, so we’ll need to unlock the other two first. With an area of 1.64 km² and standard rules, Alborina offers enough space to get to grips with the game without running the risk of failing on the first turn, which can happen quicker than you might think.

So we start with a flat, square map and enough money to get ourselves set up; just before that, a stapler explains a few bits and pieces to us, which is probably a reference to the paperclip in the old Microsoft Office programmes. Then the game begins, and everything works a little differently. We decide straight away what sort of residential building or shop we’re going to build, unlike in most games, where we simply designate zones. This also comes at a cost, not in terms of money, but in terms of residential or commercial demand, which replenishes itself over time.

Infrastructure, parks and educational facilities are where the real money is spent. These require not only funding for construction, but also for maintenance and wages, and that’s where the crux of the matter lies, because if we don’t have enough workers for our buildings, they’ll remain empty. This doesn’t mean we have to train them and send them to school, but rather that the simulation is based on real data. The data used came from the World Bank, the US Bureau of Labour Statistics, the OECD and many other sources.

The city’s vibrancy is often reflected in its job opportunities, as the various sections of the population require, so to speak, a wide variety of housing and employment options, which leads to more organic growth in a city. Furthermore, we have much greater control over what happens in our city. We have to have that control, otherwise we’ll be voted out very quickly. After a five-year term in office, it could all be over. But fortunately, we do receive a list of what our citizens are unhappy about.

But it is not only by transforming our city that we can make our citizens happy, but also through research. Of course, this only applies insofar as they benefit from it and it is not at their expense, but we have full control over that as well. If, for example, we introduce a pension, we can decide how much it will be.

Not only can voters throw a spanner in the works, but we’re also repeatedly hit by minor disasters. For instance, our population might be keeping a pandemic under control, or a heatwave might be sweeping through the city. None of it’s as bad as it sounds, but every now and then a house burns down too – all things that need to be dealt with.

Graphics and Sound

Visually, Microlandia remains very simple, but the graphics serve their purpose, as everything is made up of small blocks that form our buildings. There are a few variations to add a bit of variety to the cityscape. Although traffic is depicted, the cars are rather basic in appearance.

There’s not much to say about the sound. As we continue to expand our city, there’s usually some light, upbeat music playing in the background to break the silence. If you zoom in close enough, you can also hear the traffic and other city sounds. There’s no voiceover, and I can’t think of a situation where one would be necessary.

Conclusion

Microlandia is a small-scale city-building simulation that does a few things quite differently from its bigger counterparts. For example, we end up with unemployed doctors if we don’t have enough hospitals. Elsewhere, there’s a shortage of staff in the supermarket because we don’t have enough workers. In some respects, this makes it feel rather like Anno, and I always try to attract the people I need for my economy by providing suitable housing. I think that works quite well. So if you enjoy city-building sims and don’t need high-end graphics, you definitely can’t go wrong with Microlandia, especially at a price of €9 or, as it’s currently on sale, just €4.49. It’s also worth noting that development on the game is ongoing, with a focus on continuous improvement.

+ Complexity
+ Research
+ Value for money

I haven’t noticed any downsides.

Until next time
L. Geufke aka Pendrago


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